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Novene zur heiligen Therese von Lisieux

Liebe hl. Thérèse vom Kinde Jesu und vom Heiligsten Antlitz! Mit großem Vertrauen wende ich mich an Dich. Du hast gesagt: “Im Himmel muss Gott meine Wünsche erfüllen, weil ich auf Erden nie meinen Willen getan habe.“ Von Deiner kindlichen Hingabe angezogen, vertraue ich mich in meinem Anliegen Deiner Fürsprache an. Auch bitte ich Dich, mir zu helfen, den jeweiligen Tagesvorsatz dieser Novene zu verwirklichen, damit ich durch Dein Vorbild lerne, Gott so zu lieben, wie Du ihn geliebt hast! Schon im voraus möchte ich Dir für Deine Hilfe danken!

An jedem Tag der Novene beten wir das „Vaterunser“ und „Gegrüßet seist du, Maria“, weil die kleine hl. Theresia diese Gebete so sehr liebte.

Sie sagte einmal: „Manchmal, wenn mein Geist sich in so großer Trockenheit befindet, dass es mir unmöglich ist, einen Gedanken zu fassen, der mich mit dem lieben Gott vereint, bete ich sehr langsam ein ‚Vater unser’ und darauf das ‚Gegrüßet seist du, Maria’. Dann entzücken mich diese Gebete, sie nähren meine Seele weit mehr, als wenn ich sie hastig hundertmal hergesagt hätte…“

***

1. Tag: Kleinsein

Celine erzählt: „Völlig entmutigt und innerlich noch aufgeregt wegen eines Kampfes, der mir nicht zu gelingen schien, suchte ich Sr. Theresia auf und sagte ihr: ‚Dieses Mal ist es unmöglich. Ich komme nicht darüber hinweg!’ ‚Das wundert mich nicht’, antwortete sie mir. ‚Wir sind zu klein, um über Schwierigkeiten hinwegzukommen. Wir müssen unten drunter durchschlüpfen.’ Dann erinnerte sie mich an einen Streich in unserer Kindheit: Wir trafen uns bei Nachbarn. Ein Pferd versperrte uns den Eingang zum Garten. Während die Großen einen anderen Zugang suchten, fand unsere kleine Freundin nichts leichter, als unter dem Tier hindurchzuschlüpfen. Sie ließ sich als erste darunter hinweggleiten und reichte mir die Hand. Ich folgte ihr, und ohne unsere kleine Figur viel zu krümmen, gelangten wir zum Ziel. ‚Das ist der Vorteil, wenn man klein ist’, folgerte sie. ‚Für die Kleinen gibt es keine Hindernisse. Sie schleichen sich überall durch. Die Großen können über die Angelegenheiten hinweggehen, die Schwierigkeiten abwenden, durch Überlegung oder Tugendkraft dahin gelangen, sich über alles hinwegzusetzen. Wir aber, die ganz klein sind, müssen uns sehr hüten, so etwas zu versuchen. Schlüpfen wir unten drunter durch. Unter den Dingen durchschlüpfen, das bedeutet, sie nicht allzu genau anschauen, sich nicht von ihnen verrückt machen lassen.’ “

Vorsatz:
Bemühe Dich heute, alle Situationen, die nicht deinen Wünschen oder deinen Erwartungen entsprechen, in Liebe anzunehmen, damit du immer den inneren Frieden und die Heiterkeit bewahren kannst.

Vater unser – Gegrüßet seist du, Maria – Ehre sei dem Vater

„Mein Himmel ist es, immer in Gottes Gegenwart zu bleiben, Ihn meinen Vater zu nennen und sein Kind zu sein.“

2. Tag: Vertrauen

Die kleine hl. Theresia sagt: „Mein Weg ist ganz Vertrauen und Liebe. Bewahren Sie sich unbedingt Ihr Vertrauen! Es ist unmöglich, dass Gott darauf nicht antwortet; denn immer bemisst er seine Gaben an unserem Vertrauen.“ Und sie erzählte folgendes Beispiel: „Ein König, der auf die Jagd gegangen war, verfolgte einen weißen Hasen. Seine Hunde hatten ihn schon fast eingeholt. In diesem Augenblick kehrte der kleine Hase, der sich bereits verloren glaubte, plötzlich um und sprang in die Arme des Jägers. Dieser war über so viel Vertrauen betroffen und wollte sich von dem weißen Hasen nicht mehr trennen. Niemandem erlaubte er, ihn anzufassen, und  behielt sich die Sorge für seine Nahrung vor. Genauso wird sich Gott uns gegenüber verhalten, wenn wir, verfolgt von der Gerechtigkeit (versinnbildlicht durch die Hunde), Zuflucht in den Armen unseres Richters suchen.“

Vorsatz:
Bemühe Dich heute, jedesmal, wenn Dir ein Fehler passiert, Dich wie dieser kleine Hase in die Arme des Göttlichen Vaters zu flüchten, und vertraue so sehr auf seine Barmherzigkeit, dass Du nicht mehr traurig bist, diese Unvollkommenheit begangen zu haben.

Vater unser – Gegrüßet seist du, Maria – Ehre sei dem Vater

„Je ärmer du bist, desto mehr wird Jesus dich lieben. Er wird weit gehen, sehr weit sogar, um dich zu suchen, wenn du dich zuweilen ein wenig verirrst.“

3. Tag: Lächeln

Die kleine hl. Theresia sagt: „Mein kleines Hilfsmittel besteht darin, immer froh zu sein, immer zu lächeln, gleichgültig, ob ich falle oder einen Sieg davontrage. Selbst wenn ich nichts von den Vorfällen begreife, lächle ich und danke.“ „Wenn mich vieles bedrückt, wenn schwierige und unfreundliche Dinge auf mich zukommen, dann mache ich kein betrübtes Gesicht, sondern beantworte alles Schwere mit einem Lächeln. Anfangs gelang es mir nicht immer; doch heutzutage ist es mir zur Gewohnheit geworden, und ich bin sehr froh, sie angenommen zu haben.“

Vorsatz:
Bemühe Dich heute, die schmerzvollen Situationen in Deinem Alltag Gott zu schenken, indem Du versuchst, sie mit einem Lächeln zu beantworten.

Vater unser – Gegrüßet seist du, Maria – Ehre sei dem Vater

„Wenn immer ich kann, tue ich mein Bestes, um froh zu sein, damit ich Freude machen kann.“

4. Tag: Nächstenliebe

„Eine heiligmäßige Schwester unserer Ordensgemeinde hatte das Talent, mir in allem zu missfallen. Ich wollte aber der natürlichen Abneigung nicht nachgeben, die ich empfand. Ich sagte mir, die Nächstenliebe dürfe nicht nur in Gefühlen bestehen, sondern müsse sich auch in Werken zeigen. So bemühte ich mich denn, für diese Schwester zu tun, was ich für die Person, die mir am liebsten ist, getan hätte. Sooft ich ihr begegnete, betete ich für sie zum lieben Gott und opferte ihm ihre Tugenden und Verdienste auf. Ich begnügte mich nicht damit, viel für sie zu beten, sondern war auch bestrebt, ihr alle möglichen Dienste zu erweisen. Und wenn ich versucht war, ihr in unangenehmer Weise zu antworten, dann beeilte ich mich, sie liebevoll anzulächeln und dem Gespräch eine andere Wendung zu geben. Oft auch kam es vor, dass der böse Feind mich heftig versuchte und ich mich fortmachen konnte, ohne dass sie meinen inneren Kampf merkte. Wie ein fahnenflüchtiger Soldat ergriff ich die Flucht. Und bei all dem sagte sie mir eines Tages mit strahlender Miene: ‚Meine liebe Sr. Theresia vom Kinde Jesu, möchten Sie mir nicht anvertrauen, was Sie so sehr zu mir hinzieht? Denn nie begegne ich Ihnen, ohne dass Sie mir Ihr liebenswürdigstes Lächeln schenken.’ Das, was mich zu ihr hinzog, war der in ihrem Herzen verborgene Jesus, der süß machen kann, was am bittersten ist.“

Vorsatz:
Bemühe Dich heute, einem Menschen, mit dem Du Dich vielleicht etwas schwer tust, Deine Liebe zu schenken, durch ein liebes Wort oder eine gute Tat.

Vater unser – Gegrüßet seist du, Maria – Ehre sei dem Vater

„Ein Wort, ein liebenswürdiges Lächeln, genügen oft, um einen niedergeschlagenen Menschen aufzuheitern.“

5. Tag: Demut

Die kleine hl. Theresia sagt: „Die Demut besteht nicht im eigenen Denken oder Bekenntnis, dass man voller Fehler ist, sondern darin, dass man glücklich ist, wenn die anderen es denken und sogar sagen.“ Eine Mitschwester erzählt: „Eine alte Mitschwester konnte nicht verstehen, dass Sr. Theresia sich in so jugendlichem Alter mit den Novizinnen beschäftigte. Schonungslos ließ sie Sr. Theresia ihre egnerschaft spüren, die sie ihr gegenüber empfand. Eines Tages, zur Zeit der Erholung, sagte sie ihr verletzende Worte, unter anderem, dass sie es nötiger hätte, sich selbst zu leiten, als sich um die Leitung anderer zu kümmern. Von weitem beobachtete ich aufmerksam den Vorfall. Sr. Theresias Miene hob sich deutlich von der leidenschaftlichen Miene ihrer Gesprächspartnerin ab, und ich hörte, wie sie ihr antwortete: „Ach Schwester, Sie haben vollkommen recht. Ich bin noch viel unvollkommener, als Sie glauben.“

Vorsatz:
Wie sehr ist jeder Mensch von Gott geliebt! Bemühe Dich heute, Deinen Mitmenschen so anzunehmen, wie er ist, denn Gott schenkt auch Dir in Deiner Schwäche und Unvollkommenheit immer seine Barmherzigkeit.

Vater unser – Gegrüßet seist du, Maria – Ehre sei dem Vater

„Die Heiligkeit besteht nicht in dieser oder jener Übung; sie besteht in der Einstellung des Herzens, die uns in den Armen Gottes demütig und klein macht, in der wir uns unserer Schwachheit bewusst sind und bis zur Verwegenheit auf die Güte des Vaters vertrauen. „

6. Tag: Verborgenheit

Nach Theresias Erfahrung ist der „letzte Platz“ in einer Gemeinschaft am wenigsten umstritten, und dort lässt sich Jesus am sichersten finden. Ihr Leitbild ist ein unsichtbares Sandkorn am weiten Meeresstrand. Zu ihren Novizinnen sagte sie: „Bleiben wir klein, ganz klein, so klein, dass alle Welt uns mit Füßen treten kann, ohne dass wir auch nur den Anschein erwecken, es zu fühlen oder darunter zu leiden.“
„Welch ein Glück, so verborgen zu sein, dass niemand an einen denkt! Selbst jenen Menschen unbekannt zu sein, mit denen man zusammenlebt … Das Sandkorn wünscht nicht, gedemütigt zu werden. Das wäre noch zuviel des Guten, da man sich dann mit ihm beschäftigen müsste. Es wünscht nur eines, vergessen zu sein, für nichts gehalten zu werden! Doch wünscht es, von Jesus gesehen zu werden.“

Vorsatz:
Bemühe Dich heute, alles, was Du tust, aus Liebe zu Gott zu tun. Erwarte keinen menschlichen Dank. Freue Dich einfach, dass Gott es sieht.

Vater unser – Gegrüßet seist du, Maria – Ehre sei dem Vater

„Ich fühlte die Liebe in mein Herz einziehen, das Bedürfnis, mich selbst ganz zu vergessen, um anderen Freude zu machen, und seitdem war ich glücklich.“

7. Tag: Priestermutter

Die kleine hl. Theresia sagt: „Ich bin ein Kind der Kirche … Auffallende Werke sind ihm versagt; es kann nicht das Evangelium predigen oder sein Blut vergießen … Aber was macht das aus? Seine Brüder arbeiten an seiner Stelle, und es selbst, das kleine Kind, es liebt für seine Brüder, die kämpfen … Doch wie wird es seine Liebe zum Ausdruck bringen, damit sich die Liebe durch Werke ausweist? Ich habe kein anderes Mittel, um Dir meine Liebe zu beweisen, als Blumen zu streuen, das heißt, kein kleines Opfer, keinen Blick, kein Wort will ich mir entgehen lassen, um aus den kleinsten Dingen Nutzen zu ziehen und sie aus Liebe zu tun … Ich will aus Liebe leiden und selbst aus Liebe mich freuen.“
An ihren Priesterbruder, P. Roulland, schrieb sie: „Alles, was ich für mich von Jesus erbitte, darum bitte ich auch für Sie … Wie Josua kämpfen Sie in der Ebene, ich bin Ihr kleiner Mose, und ununterbrochen ist mein Herz zum Himmel erhoben, um den Sieg zu erflehen. O mein Bruder, wie wären Sie zu beklagen, wenn Jesus nicht selbst die Arme Ihres Mose stützte!“

Vorsatz:
Bemühe Dich heute, alle unangenehmen und leidvollen Situationen bewusst für die Priester aufzuopfern.

Vater unser – Gegrüßet seist du, Maria – Ehre sei dem Vater

„Nie könnte ich vergessen, für alle zu beten, und werde dabei auch die einfachen Priester nicht übergehen… Ich will wie unsere Mutter, die große hl. Theresia, Tochter der Kirche und nach den Meinungen unseres Hl. Vaters beten, im Bewusstsein, dass seine Meinungen den Erdkreis umfassen. Darin besteht der Hauptzweck meines Lebens.“

8. Tag: Dankbarkeit

Die kleine hl. Theresia sagt: „Das, was die meisten Gnaden von Gott anzieht, ist die Dankbarkeit. Wenn wir Ihm für eine Wohltat danken, ist Er gerührt und beeilt sich, uns zehn weitere zu erweisen. Wenn wir Ihm dann wieder mit derselben Aufrichtigkeit danken, welche unberechenbare Vermehrung der Gnaden! Ich selbst habe diese Erfahrung gemacht. Versuche es auch, und du wirst sehen. Meine Dankbarkeit ist grenzenlos für alles, was Er mir gibt, und ich beweise sie Ihm auf tausend Arten.“

Vorsatz:
Schreibe heute viele Punkte auf, wofür Du Gott danken könntest. Danke dabei auch ganz konkret für eine leidvolle Situation in Deinem Leben. Gott kann viele Menschen durch Dein Leiden beschenken, wenn Du es Ihm in und aus Liebe aufopferst.

Vater unser – Gegrüßet seist du, Maria – Ehre sei dem Vater

„Opfern wir doch unsere Leiden Jesus auf, um Seelen zu retten, glückliche Seelen! … Sie haben weniger Gnade als wir, und doch ist das Blut eines Gottes vergossen, um sie zu retten.“

9. Tag: Rosenregen

Immer wieder versprach Theresia, nach ihrem Tod Rosen vom Himmel regnen zu lassen. Sie sagte: „Eine von Liebe entflammte Seele kann nicht untätig bleiben. Wenn Sie wüssten, was ich für Pläne mache, was für Dinge ich anstellen werde, wenn ich im Himmel sein werde … Ich werde meine Mission antreten … Meine Sendung wird beginnen, meine Sendung zu lehren, den lieben Gott so zu lieben, wie ich Ihn liebe, den Seelen meinen Kleinen Weg zu zeigen. Wenn der liebe Gott meine Wünsche erhört, werde ich meinen Himmel bis zum Ende der Welt auf Erden verbringen. Ja, ich möchte meinen Himmel damit verbringen, auf Erden Gutes zu tun. Ich
werde zurückkehren … Ich werde herniedersteigen. Wie unglücklich wäre ich im Himmel, dürfte ich denen auf Erden, die ich liebe, nicht kleine Freuden machen!“

Vorsatz:
Bitte die kleine hl. Theresia heute in allen Anliegen, die an diesem Tag auf Dich zukommen, um ihre Hilfe, mit der Gewissheit, von ihr erhört zu werden, weil sie es versprochen hat.

Vater unser – Gegrüßet seist du, Maria – Ehre sei dem Vater

„Mein Gott, ich liebe Dich!“

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Novene zur hl. Therese von Lisieux (pdf-Datei zum Download bei http://jugend-2000.ch/ )

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