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Edith Stein: Unterm Kreuz mit Dir zu stehen…

Edith-Stein

Unterm Kreuz mit dir zu stehen…

Heut hab ich unterm Kreuz mit dir gestanden
und hab so deutlich wie noch nie empfunden,
daß unterm Kreuz du unsre Mutter worden.

Wie sorgt schon einer ird’schen Mutter Treue,
des Sohnes letzten Willen zu erfüllen.
Du aber warst des Herren Magd;
des menschgeword’nen Gottes Sein und Leben
war deinem Sein und Leben restlos eingeschrieben.

So hast die Deinen du ins  Herz genommen,
und mit dem Herzblut deiner bittern Schmerzen
hast jeder Seele neues Leben du erkauft.

Du kennst uns alle: unsre Wunden, unsre Schäden,
kennst auch den Himmelsglanz, den deines Sohnes
Liebe um uns ergießen möchte in der ew’gen Klarheit.

So lenkst du sorgsam unsere Schritte.
Kein Preis ist dir zu hoch,
um uns ans Ziel zu führen.

Doch die du auserwählt, dir zum Geleite,
dich zu umgeben einst am ew’gen Throne,
sie müssen hier mit dir am Kreuze stehn,
sie müssen mit dem Herzblut bittrer Schmerzen
der teuren Seelen Himmelsglanz erkaufen,
die ihnen Gottes Sohn als Erbe anvertraut.

Edith Stein
1891-1942

Zitiert nach:
Johannes Kaulmann (Hrsg): Mariengedichte – Eine Auswahl. Düsseldorf 1984, S. 23

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4 Kommentare zu “Edith Stein: Unterm Kreuz mit Dir zu stehen…

  1. Liebe Schreiber der karmelblumen,
    Ich suchte nach etwas zur trinität.
    Mir scheint es sehr wichtig zu sein, wenngleich ich die Bilder vom Vater und vom Sohn und von einem Geist nicht nur überdrüssig bin sondern auch ablehne.
    Gott selbst sagt ich möge mir kein Bild machen, immerhin. Jedoch wünsche ich mir dennoch einen Text oder ein Bild dazu.
    Ich vermute , Gott ist nicht nur dieses zarte harmonische , dieser Liebe Gott , sondern
    Widersprüchlich wie tiefer nicht geht.
    Ich kann anders nicht verstehen warum
    Ausgerechnet das was ich mir sehnlichst wünsche so viel Angst bereitet, so wie loslassen und in einen unendlich tiefen Abgrund springen, wo man nicht aufprallen kann. Und endlich unbeschwert Schwerelosigkeit erlebt.

  2. Lieber Clemens,
    stimmt: Gott ist nicht nur „der liebe Gott“.
    Widersprüchlich scheint Er uns jedoch nur zu sein. Er ist in sich völlig einig.
    „Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm“ (1. Johannes 1,5)
    Um Gott kennenzulernen, kenne ich für den Anfagn keinen besseren Weg als den, Sein Wort zu lesen, ja im besten Sinne zu studieren – die Heilige Schrift, die Bibel.
    Die ausgewählten Abschnitte, die im Gottesdienst zu hören sind, genügen nicht.
    Erlaube mir aber zu sagen: der Gott der Bibel ist kein seelischer/ geistiger Raum, in den man sich fallen lassen kann. Er ist persönlich, ein personales Gegenüber. Zwar ist der Begriff Person, wie alle menschlichen Begriffe, die wir auf Ihn anwenden, unzureichend und kann Ihn nicht erfassen. Trotzdem ist der Begriff der Personalität unentbehrlich, um in eine richtige Beziehung zu Ihm zu kommen.
    Diese Beziehung ist die der Liebe, die sich im Gehorsam bewahrheitet und bewährt.
    Genauer gesagt ist Gott eine dreipersonale (dreihypostatische) Gemeinschaft.
    Die Bibel wiederum müssen wir unter dem Gesichtspunkt lesen, dass sie von Anfang bis Ende von Jesus Christus handelt – auch im Alten Testament.
    Jesus Christus kann man aber nur kennenlernen, wenn man Ihn als Erlöser und Herrn annimmt, Ihm nachfolgt, Sein Jünger wird.
    Jesus Christus muss der Hauptinhalt unseres Lebens werden, dann lernen wir Gott kennen. In Seinem Licht lernen wir auch uns selbst und unsere Mitmenschen immer besser kennen.
    https://www.facebook.com/groups/juengerdesherrnjesus/

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