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Elisabeth von Dijon und die Einwohnung der Heiligen Dreifaltigkeit

Elisabeth von der Heiligen Dreifaltigkeit

Selige Elisabeth von der Heiligen Dreifaltigkeit (1880 – 1906). Foto: imagessaintes.canalblog.com

Im Karmel: Die Einwohnung der Heiligen Dreifaltigkeit

Sehr schnell erkannte man dort [im Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen in Dijon, Frankreich] die Tugenden und Gottesliebe sowie die Besonderheit Elisabeths, die zu ihrer Freude den Namen „von der Heiligen Dreifaltigkeit“ erhielt. Auf den Fragebogen beim Eintritt schrieb sie als Ideal der Heiligkeit: „Aus Liebe leben“,894 was man am schnellsten dadurch erlange, sich „ganz klein zu machen, ganz an Gott auszuliefern“.895 In ihren zahlreichen Briefen an Verwandte und Freunde spürt man das Glück der Vereinigung mit Gott und die immer tieferen Gedanken der Mystikerin. Stetig wuchs sie in Gott hinein und „lieferte (sich) an die Liebe aus“.896 In ihrer Zelle fand sie Gott wie in ihrem Inneren. „Mir scheint, ich habe meinen Himmel auf Erden gefunden, denn der Himmel ist Gott, und Gott ist in meinem Herzen.“897 Dieser Gedanke floss in viele ihrer Briefe ein; sie wurde nicht müde, ihn anderen mitzuteilen und sie zu derselben Erkenntnis zu führen. Das Leben einer Karmelitin war für sie die beständige Vereinigung mit dem dreifaltigen Gott. Dass sie dies vor allem den Menschen vermitteln wollte, die mitten in der Welt leben, zeigt die Durchsicht ihrer 342 erhaltenen Briefe: 323 davon sind an Personen gerichtet, die nicht dem geistlichen Stand angehörten. Dabei betont sie immer wieder, dass Gott die Liebe ist, der es immer gut mit uns meint. „Lieben ist so einfach. Es besteht in der Ganzhingabe an den Willen des Vaters … Jedes Ereignis, jedes Leid wie auch jede Freude wird ein heiligendes Geschenk, das Gott mir macht.“898

Freilich blieben ihr Prüfungen wie innere Leiden, die „dunkle Nacht“, Selbstzweifel und Ängste nicht erspart, während sie sich in die karge Einfachheit des klausurierten Klosters mit seinem strengen Leben rasch hineinfand. Der Karmel in Dijon, ohne fließendes Wasser und Heizung – wie bei Theresia von Lisieux – hatte im Übrigen eine große Tradition. Er geht zurück auf die ehrwürdige Anna von Jesus899, eine der treuesten Gefährtinnen der großen hl. Theresa.

In den Akten des Seligsprechungsprozesses von Elisabeth heißt es, sie habe nicht in den Wolken gelebt. Es war ein Leben ohne Wunder und Ekstasen, ein Weg des reinen Glaubens, vergleichbar dem ihrer Fast-Zeitgenossin Theresia von Lisieux, die sie später in ihrer schweren Krankheit vertrauensvoll anrief.

Immer wieder wird auch aus ihren Zeilen eine große Liebe zum eucharistischen Heiland deutlich, dem sie in der Kreuzesnachfolge und im Tod ähnlich werden wollte. Ihre ganz besondere Mystik kommt aber am klarsten in dem Gebet an die Heilige Dreifaltigkeit zum Ausdruck, welches Elisabeth im November 1904, ungefähr eineinhalb Jahre nach ihrer ewigen Profess, verfasste. „O meine Drei, mein Alles, mein Himmel, unendlich Einer, Unermesslichkeit, in die ich mich verliere, ich übergebe mich ganz Dir als Dein alleiniger Besitz … In Dir geborgen will ich warten, bis ich dahin gelange, in Deinem Licht Deine unermessliche Herrlichkeit zu schauen“.900

So lauten die Schlusszeilen des Dreifaltigkeitshymnus. Im Schweigen „hungert“ sie nach ihm und schien den frühen Abend ihres Lebens zu fühlen.

Die damals unheilbare Addison’sche Krankheit als Folge einer Tuberkulose vollbrachte rasch ihr zerstörerisches Werk. Es wurde beinahe unmöglich, Elisabeth zu ernähren. Heftige Schmerzen quälten sie, gepaart mit zunehmender Schwäche.

Aus:
Helga-Maria M. Jaeger, Gott lebt! Sie sind seine Zeugen. Band I: Heilige und Selige des Karmel, (Hrsg.) Karmelitanische Gemeinschaft Straubing, Straubing 2005, S. 433 f.

© Helga-Maria M. Jaeger, 94315 Straubing

Literaturempfehlung:
GOTT LEBT! SIE SIND SEINE ZEUGEN. (2 BÄNDE)

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