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Therese von Lisieux: Aus Liebe leben (Gedicht)

therese vivre d-amour

Aus Liebe leben.

„Wenn einer mich liebt, wird er mein Wort,
halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir
werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm
nehmen…… Meinen Frieden gebe ich euch. …
Bleibet in meiner Liebe.“
(Joh. XIV, 23, 27, XV, 9.

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Am Abend war es, nach dem Mahl der Liebe,
Als unser Heiland ohne Gleichnis sprach:
„Der hat zu mir die allergrößte Liebe,
Dem immer treu mein Wort am Herzen lag.
Ich und der Vater werden bei ihm wohnen,
Sein Herz ist uns wie ein Palast so lieb.
Mit Frieden werden wir ihn reich belohnen,
Mit unsrer Lieb‘.“

Aus Liebe leben, heißt, dich treu behalten,
O unerschaffner Sohn, des Vaters Wort!
Du kennst mein Herz, o nie wird es erkalten,
Der Heilige Geist entflammt es immerfort.
Durch Liebe zieh‘ ich auch mein ganz Verlangen,
Den Vater, mir herab, und er bleibt mein.
Dreifaltigkeit, das Herz hält dich gefangen
Durch Lieb‘ allein.

Aus Liebe leben, heißt dir nachzustreben,
Glorreicher Herr, der Heil’gen Seligkeit.
Im Sakrament verborgen ist dein Leben,
Für dich verkannt zu sein, bin ich bereit.
Geliebten gleich, die Einsamkeit erwählen,
Um Herz an Herz mit sich allein zu sein;
Dein Blick schon spendet Himmelslust den Seelen.
Ich leb‘ aus Lieb‘ allein.

Aus Liebe leben, heißt den Tabor fliehen,
Um nimmer dort sein Ruhezelt zu bau’n.
Doch freudig hin zum Kreuzeshügel ziehen,
Im Kreuz den größten Seelenschatz zu schau’n.
Dann kann ich Himmelsfreuden einst genießen,
Vorüber wird des Lebens Prüfung sein.
Jetzt laßt des Karmels Leiden mich begrüßen.
Ich leb‘ von Lieb‘ allein.

Aus Liebe leben, heißt: gib unermessen,
Und heische keinen Lohn für Liebespflicht.
So will ich geben und mich selbst vergessen.
Wer liebt, der gibt und zählt und rechnet nicht.
O, göttlich Herz, so grenzenlos im Lieben,
Dir schenk‘ ich alles, alles; es ist dein.
Ich laufe leicht, ein Schatz ist mir verblieben:
Ich leb‘ von Lieb‘ allein.

Aus Liebe leben, heißt, die Furcht verbannen,
Vergessen die vergang’nen Sünden auch.
Von meiner Schuld floh jede Spur von dannen,
Im Gottesfeuer schwand sie fort wie Rauch.
O heil’g Flamme, milde Glut, ich bringe
Mein Herz, in dir soll seine Wohnung sein.
Damit aus voller Lust es immer singe:
Ich leb‘ von Lieb‘ allein.

Aus Liebe leben, heißt in mir bewahren
Ein großes Gut, obgleich ich sterblich bin,
Bei meinen vielen Schwächen und Gefahren
Fehlt mir der Engel Gottes reiner Sinn.
Und fall‘ ich stündlich auch auf meinem Pfade,
Du, Herr, erhebst die schwache Seele mein,
Kommst in mein Herz und schenkst mir deine Gnade.
Ich leb‘ von Lieb‘ allein.

Aus Liebe leben, heißt in Frieden wandeln,
In alle Herzen emsig Freuden streu’n.
Mich drängt die Liebe, Herr, zu solchem Handeln,
In jeder Seele will ich dich erfreu’n.
Die Liebe ist mein Lebensstern geblieben,
Mein Weg wird hell von seinem Lichte sein.
Auf meine Fahne hab‘ ich es geschrieben:
Ich leb‘ aus Lieb‘ allein.

Aus Liebe leben, wenn der Herr im Schiffe,
Heißt ruhen selbst im brausenden Orkan.
Ich weck‘ ihn nicht, ich fürcht‘ nicht Felsenriffe,
Ich warte friedlich, es geht himmelan.
Nicht lang‘ mehr werden Glaubensschleier wallen,
Es währt nur einen Tag der Hoffnung Schein.
Die Liebe schwellt und drängt zu ew’gen Hallen.
Ich leb‘ von Lieb‘ allein.

Aus Liebe leben heißt, o Herr, gedenken
Der Priester dein in innigem Gebet.
Wollst deine Glut in ihre Seelen senken,
Daß vor dir engelrein ein jeder steht.
Beschütze deine Kirche bis zum Ende!
An jedem Tag soll dies mein Bitten sein,
Für sie als Opfer mich, ihr Kind, verwende,
Ich leb‘ von Lieb‘ allein.

Aus Liebe leben, heißt dir Schmach versüßen
Und Sündern Nachlaß wirken ihrer Schuld.
„Sei ihnen mild“, ruf‘ ich zu deinen Füßen,
Auf daß sie ewig preisen deine Huld.
Empfunden hab‘ ich tief die Lästerungen,
Und sie zu sühnen, fiel das Wort mir ein,
Womit ich deinem Namen Lob gesungen:
Ich leb‘ aus Lieb‘ allein.

Aus Liebe leben, heißt oft büßend weilen,
Zu deinen Füßen, Herr, Marien gleich,
Die Waschung und die Salbung mit ihr teilen,
Bedecken sie mit meinen Küssen reich.
Mit heil’gem Stolz möcht‘ ich wie sie verehren
Dein mildes Antlitz, lieber Jesus mein.
Mein Balsam soll mein Sehnen und Verzehren,
Soll meine Liebe sein.

Aus Liebe leben, scheint ein töricht Leben.
Es spricht die Welt: „Was singst du? Höre auf!
Du sollst nicht nutzlos mehr das Höchste geben,
Zieh‘ größ’ren Vorteil aus dem Lebenslauf.“
Dich lieben, Gott, heißt im Verlust gewinnen,
Mein Wohlgeruch soll dein auf ewig sein.
Und sterbend scheide singend ich von hinnen:
„O Tod aus Lieb‘ allein!“

Aus Liebe sterben, dahin geht mein Denken,
Die Harfe, Cherubinen, holt herbei!
O süße Qual, bald kann ich heimwärts lenken!
Die Zeiten der Verbannung sind vorbei. . . .
O Liebesglut, du wollest mich erfüllen,
O Liebepfeil, durchbohr das Herze mein!
O süßer Jesu, komm den Wunsch zu stillen:
Laß sterben mich aus Lieb‘ allein!

Aus Liebe sterben ist mein süßes Hoffen!
Wenn einst die Seele ihre Fesseln sprengt,
Steht ihr die ew’ge Himmelsfreude offen,
Sie ist bei Gott, der ew’gen Lohn ihr schenkt.
O, seine Liebe wird mich ganz verzehren!
Wann hüllt ihr Flammenmantel ganz mich ein?
Das ist mein Himmel, Ziel und heiß Begehren:
Zu leben nur aus Lieb‘ allein.

25. Februar 1895.

Quelle: Die ehrwürdige Theresia vom Kinde Jesu, Geschichte einer Seele von ihr selbst geschrieben, 4. Aufl., Kirnach-Villingen (Baden) 1922, S. 371-374.

Therese von Lisieux: Gedichte. Inhaltsverzeichnis

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Vivre d’amour

Au soir d’Amour, parlant sans parabole
Jésus disait : „Si quelqu’un veut m’aimer
Toute sa vie qu’il garde ma Parole
Mon Père et moi viendrons le visiter.
Et de son cœur faisant notre demeure
Venant à lui, nous l’aimerons toujours !…
Rempli de paix, nous voulons qu’il demeure
En notre Amour !…“

Vivre d’Amour, c’est te garder Toi-Même
Verbe incréé, Parole de mon Dieu,
Ah ! tu le sais, Divin Jésus, je t’aime
L’Esprit d’Amour m’embrase de son feu
C’est en t’aimant que j’attire le Père
Mon faible cœur le garde sans retour.
O Trinité ! vous êtes Prisonnière
De mon Amour !…

Vivre d’Amour, c’est vivre de ta vie,
Roi glorieux, délice des élus.
Tu vis pour moi, caché dans une hostie
Je veux pour toi me cacher,ô Jésus !
A des amants, il faut la solitude
Un cœur à cœur qui dure nuit et jour
Ton seul regard fait ma béatitude
Je vis d’Amour !…

Vivre d’Amour, ce n’est pas sur la terre
Fixer sa tente au sommet du Thabor.
Avec Jésus, c’est gravir le Calvaire,
C’est regarder la Croix comme un trésor !…
Au Ciel je dois vivre de jouissance
Alors l’épreuve aura fui pour toujours
Mais exilée je veux dans la souffrance
Vivre d’Amour.

Vivre d’Amour, c’est donner sans mesure
Sans réclamer de salaire ici-bas
Ah ! sans compter je donne étant bien sûre
Que lorsqu’on aime, on ne calcule pas !…
Au Cœur Divin, débordant de tendresse
J’ai tout donné… légèrement je cours
Je n’ai plus rien que ma seule richesse
Vivre d’Amour.

Vivre d’Amour, c’est bannir toute crainte
Tout souvenir des fautes du passé.
De mes péchés je ne vois nulle empreinte,
En un instant l’amour a tout brûlé…..
Flamme divine, ô très douce Fournaise !
En ton foyer je fixe mon séjour
C’est en tes feux que je chante à mon aise :
« Je vis d’Amour !… »

Vivre d’Amour, c’est garder en soi-même
Un grand trésor en un vase mortel
Mon Bien-Aimé, ma faiblesse est extrême
Ah je suis loin d’être un ange du ciel !…
Mais si je tombe à chaque heure qui passe
Me relevant tu viens à mon secours,
A chaque instant tu me donnes ta grâce
Je vis d’Amour.

Vivre d’Amour, c’est naviguer sans cesse
Semant la paix, la joie dans tous les cœurs
Pilote Aimé, la Charité me presse
Car je te vois dans les âmes mes soeurs
La Charité voilà ma seule étoile
A sa clarté je vogue sans détour
J’ai ma devise écrite sur ma voile :
« Vivre d’Amour. »

Vivre d’Amour, lorsque Jésus sommeille
C’est le repos sur les flots orageux
Oh ! ne crains pas, Seigneur, que je t’éveille
J’attends en paix le rivage des cieux…
La Foi bientôt déchirera son voile
Mon Espérance est de te voir un jour
La Charité enfle et pousse ma voile
Je vis d’Amour !…

Vivre d’Amour, c’est, ô mon Divin Maître
Te supplier de répandre tes Feux
En l’âme sainte et sacrée de ton Prêtre
Qu’il soit plus pur qu’un séraphin des cieux !…
Ah ! glorifie ton Eglise Immortelle
A mes soupirs, Jésus ne sois pas sourd
Moi son enfant, je m’immole pour elle
Je vis d’Amour.

Vivre d’Amour, c’est essuyer ta Face
C’est obtenir des pécheurs le pardon
O Dieu d’Amour ! qu’ils rentrent dans ta grâce
Et qu’à jamais ils bénissent ton Nom….
Jusqu’à mon cœur retentit le blasphème
Pour l’effacer, je veux chanter toujours :
„Ton Nom Sacré, je l’adore et je l’Aime
Je vis d’Amour !…“

Vivre d’Amour, c’est imiter Marie,
Baignant de pleurs, de parfums précieux,
Tes pieds divins, qu’elle baise ravie
Les essuyant avec ses longs cheveux…
Puis se levant, elle brise le vase
Ton Doux Visage elle embaume à son tour.
Moi, le parfum dont j’embaume ta Face
C’est mon Amour !…

« Vivre d’Amour, quelle étrange folie ! »
Me dit le monde, “ Ah ! cessez de chanter,
Ne perdez pas vos parfums, votre vie,
Utilement sachez les employer !…“
T’aimer, Jésus, quelle perte féconde !…
Tous mes parfums sont à toi sans retour,
Je veux chanter en sortant de ce monde :
« Je meurs d’Amour ! »

Mourir d’Amour, c’est un bien doux martyre
Et c’est celui que je voudrais souffrir.
O Chérubins ! accordez votre lyre,
Car je le sens, mon exil va finir !…
Flamme d’Amour, consume-moi sans trêve
Vie d’un instant, ton fardeau m’es bien lourd !
Divin Jésus, réalise mon rêve :
Mourir d’Amour !…

Mourir d’Amour, voilà mon espérance
Quand je verrai se briser mes liens
Mon Dieu sera ma Grande Récompense
Je ne veux point posséder d’autres biens.
De son Amour je veux être embrasée
Je veux Le voir, m’unir à Lui toujours
Voilà mon Ciel… voilà ma destinée :
Vivre d’Amour !!!…

Internet-Quelle: therese-de-lisieux.catholique.fr

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