Therese von Lisieux: Aus Liebe leben (Gedicht)

therese vivre d-amour

Aus Liebe leben.

„Wenn einer mich liebt, wird er mein Wort,
halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir
werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm
nehmen…… Meinen Frieden gebe ich euch. …
Bleibet in meiner Liebe.“
(Joh. XIV, 23, 27, XV, 9.

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Am Abend war es, nach dem Mahl der Liebe,
Als unser Heiland ohne Gleichnis sprach:
„Der hat zu mir die allergrößte Liebe,
Dem immer treu mein Wort am Herzen lag.
Ich und der Vater werden bei ihm wohnen,
Sein Herz ist uns wie ein Palast so lieb.
Mit Frieden werden wir ihn reich belohnen,
Mit unsrer Lieb‘.“

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Edith Stein: Realpräsenz – Opfer – Kommunion

Eucharistisch leben heißt, die eucharistischen Wahrheiten praktisch wirksam werden lassen. Es sind im wesentlichen drei einfache Glaubenssätze, um die es sich dabei handelt: 1. Der Heiland ist gegenwärtig im Allerheiligsten Sakrament. 2. Er erneuert täglich sein Kreuzesopfer auf dem Altar. 3. Er will jede einzelne Seele sich aufs innigste verbinden in der heiligen Kommunion.

Wir fragen zunächst: 1. Was verlangen die eucharistischen Wahrheiten von uns?

Des Heilands Wonne ist es, unter den Menschenkindern zu sein, und er hat versprochen, bei uns zu sein bis ans Ende der Welt. Er hat dies Versprechen wahr gemacht durch seine sakramentale Gegenwart auf den Altären. Hier wartet er auf uns, und man sollte meinen, dass die Menschen sich drängen müssten zu den geweihten Stätten. Der schlichte Sinn dieser Glaubenswahrheit verlangt es, dass wir hier unsere Heimat haben müssten, uns von hier nur entfernten, soweit unsere Aufgaben es verlangten, und diese Aufgaben sollten wir täglich aus den Händen des eucharistischen Heilands entgegennehmen und das vollbrachte Tagewerk in seine Hände zurücklegen.
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Therese von Lisieux: Mein Lied von heute (Gedicht)

Mein Lied von heute

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So schnell die Zeit entflieht, so eilt dahin mein Leben,
Dem Augenblicke gleich wird es entschwunden sein.
Daß ich dich liebe, Gott, dafür ist mir gegeben
Der heut’ge Tag allein.

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Theresia von Avila: Keine Macht der Erde kann uns zu Herren machen

Was der Mensch hat, das hat ihm Gott aus Gnade gegeben, nicht aus Schuldigkeit. Darum wird keiner, der sich selber kennt, sich jemals schwer gegen Gott versündigen noch in Hochmut geraten wegen seines Adels oder seiner Vornehmheit oder seiner Stellung. Selbst wenn er die ganze Welt beherrschte, würde er sich als nichtig betrachten, denn er ist dem Tode verfallen wie die elendeste Kreatur. Und so vergehen auch die leeren Lüste der Welt und schwinden für ihn wie für andere; er kann sie nicht halten noch verhindern, daß Leben, Gesundheit und alles Irdische vorübereilt wie der Wind. Deshalb kann keine Macht, die wir auf dieser Erde haben, uns zu Herren machen. Denn wie sollte ich Macht nennen, was mir genommen werden kann und meiner Willkür nicht überlassen ist? Mir scheint, daß ich mich nicht Herr einer solchen Macht nennen noch dafür halten kann, sondern eher als ihren Nutznießer, und auch das nur für eine Zeitlang und nicht für immer, nur solange es unserem huldreichen Herrn gefällt. Wenn ihr mir aber sagtet: Hat denn der Mensch keinerlei Macht in diesem Leben?, so antworte ich euch: Ja, er hat die süßeste und schönste und stärkste, die es gibt: dies ist die Burg unserer Seele. Gibt es denn etwas Größeres und Erhabeneres als diese Stätte Gottes, der alles Gute in sich faßt und in dem Friede, Ruhe und jeglicher Trost sich findet?

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Zitiert nach: Alfons Heilmann, Meditationen großer Gottesfreunde, Perlen christlicher Mystik, Verlag Herder Freiburg i. Br. 1963, S. 44 f. – Imprimatur

Durch Maria zu Jesus. Lesung am Gedächtnis Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel (16. Juli)

Our Lady of Mt Carmel with Scapular

Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel, und Stern des Meeres. Bild: http://www.marypages.com

Michael vom hl. Augustin († 1684): Aus den „Mystischen Unterweisungen“

Ich möchte allen eine herzliche Verehrung, eine kindliche Liebe und ein zartes Empfinden zur lieben Mutter Gottes empfehlen. Dies ist ein einzigartiges und wirksames Mittel zu einem frommen Leben in Christus. Denn Maria wird ja als die „Mutter der Gnade und Mutter der Barmherzigkeit“ gegrüßt, und diese Gnade und Barmherzigkeit sind unbedingt zu einem frommen Leben notwendig. Dürfen wir deshalb nicht mit Recht unsere Zuflucht zur Mutter der Gnade und Barmherzigkeit nehmen, um Gnade und Barmherzigkeit zu erlangen? Ich sage mit dem Apostel: „Laßt uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.“

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Teresa von Avila: Glaube und Menschlichkeit

Von Jutta Burggraf

1. Vorbemerkung

Teresa von Avila lebte bekanntlich im 16. Jahrhundert. Da sie eine spanische Ordensfrau war, ist sie in den spanisch-sprechenden Ländern seit jeher berühmt. Doch auch im deutschsprachigen Raum wird sie zunehmend populärer. Wer sich mit ihr beschäftigt, kann entdecken, daß sie uns (über vier Jahrhunderte hinweg) menschlich sehr nahe ist. Sie hat kleinere und größere Schwächen wie alle Menschen – und sie spricht ganz offen darüber! Wir wissen heute, daß sie nicht immer in Stimmung war, Gedichte zu machen, daß sie resigniert sein konnte und sich manchmal einsam fühlte, daß selbst sie in ihrem abenteuerlichen Leben die Langeweile zu spüren bekam, sich ab und zu von ihren Freunden gekränkt fühlte und vor Schwarzwurzeln ekelte. Gleichzeitig zeigt Teresa uns aber auch, daß man trotz aller Schwächen (oder auch trotz aller innerer Verwundungen) doch menschlich reif werden kann. Sie zeigt uns, daß trotz allem das Leben gelingen kann.

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Edith Stein: Gott ist in uns

Briefauszüge

Gott ist in uns. Wenn wir es nur verstehen, uns im Innern eine wohlverschlossene Zelle zu bauen und uns so oft wie nur möglich dahin zurückziehen, dann kann uns an keinem Ort der Welt etwas fehlen.

Es ist ganz natürlich, daß Sie mit Sehnsucht an den tiefen Frieden denken, der uns hier im Karmel geschenkt wird. Aber man muß ja hineinberufen werden. Und wer draußen seinen Platz hat, für den gibt es auch draußen einen Weg.

Die Berufsfrage ist in ihr noch nicht geklärt. Ich rate ihr, keinen äußeren Schritt zu tun, ehe die volle innere Klarheit da ist.

Haben wir die Grundeinstellung, überall die Gelegenheiten aufzusuchen, Jesus zu erfreuen, so werden wir auch herausfinden, in welchen Fällen es erlaubt, ja sogar geboten ist, sich von einer Regel oder Vorschrift zu dispensieren.

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