Edith Stein: Realpräsenz – Opfer – Kommunion

Eucharistisch leben heißt, die eucharistischen Wahrheiten praktisch wirksam werden lassen. Es sind im wesentlichen drei einfache Glaubenssätze, um die es sich dabei handelt: 1. Der Heiland ist gegenwärtig im Allerheiligsten Sakrament. 2. Er erneuert täglich sein Kreuzesopfer auf dem Altar. 3. Er will jede einzelne Seele sich aufs innigste verbinden in der heiligen Kommunion.

Wir fragen zunächst: 1. Was verlangen die eucharistischen Wahrheiten von uns?

Des Heilands Wonne ist es, unter den Menschenkindern zu sein, und er hat versprochen, bei uns zu sein bis ans Ende der Welt. Er hat dies Versprechen wahr gemacht durch seine sakramentale Gegenwart auf den Altären. Hier wartet er auf uns, und man sollte meinen, dass die Menschen sich drängen müssten zu den geweihten Stätten. Der schlichte Sinn dieser Glaubenswahrheit verlangt es, dass wir hier unsere Heimat haben müssten, uns von hier nur entfernten, soweit unsere Aufgaben es verlangten, und diese Aufgaben sollten wir täglich aus den Händen des eucharistischen Heilands entgegennehmen und das vollbrachte Tagewerk in seine Hände zurücklegen.
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Edith Stein: Wie zu einem vertrauten Gespräch

Frankfurter Dom

Der Frankfurter Dom, wo Edith Stein das hier beschriebene Erlebnis hatte. (Foto: http://deutschland.yakohl.com/pop.php?pid=989)

Wir [Pauline Reinach und E. St.] traten für einige Minuten in den Dom, und während wir in ehrfürchtigem Schweigen dort verweilten, kam eine Frau mit ihrem Marktkorb herein und kniete zu kurzem Gebet in einer Bank nieder. Das war für mich etwas ganz Neues. In die Synagogen und protestantischen Kirchen, die ich besucht hatte, ging man nur zum Gottesdienst. Hier aber kam jemand mitten aus den Werktagsgeschäften in die menschenleere Kirche wie zu einem vertrauten Gespräch. Das  habe ich nie vergessen können.

Aus dem Leben einer jüdischen Familie (ESW VII, 362; ESGA 1, 331f.; zitiert nach: Edith Stein, Eucharistie. Geistliche Texte zum Nachdenken – Kleine Reihe, Hrsg. von der Edith Stein-Stiftung Köln, S. 3)

Theresia von Avila: Keine Macht der Erde kann uns zu Herren machen

Was der Mensch hat, das hat ihm Gott aus Gnade gegeben, nicht aus Schuldigkeit. Darum wird keiner, der sich selber kennt, sich jemals schwer gegen Gott versündigen noch in Hochmut geraten wegen seines Adels oder seiner Vornehmheit oder seiner Stellung. Selbst wenn er die ganze Welt beherrschte, würde er sich als nichtig betrachten, denn er ist dem Tode verfallen wie die elendeste Kreatur. Und so vergehen auch die leeren Lüste der Welt und schwinden für ihn wie für andere; er kann sie nicht halten noch verhindern, daß Leben, Gesundheit und alles Irdische vorübereilt wie der Wind. Deshalb kann keine Macht, die wir auf dieser Erde haben, uns zu Herren machen. Denn wie sollte ich Macht nennen, was mir genommen werden kann und meiner Willkür nicht überlassen ist? Mir scheint, daß ich mich nicht Herr einer solchen Macht nennen noch dafür halten kann, sondern eher als ihren Nutznießer, und auch das nur für eine Zeitlang und nicht für immer, nur solange es unserem huldreichen Herrn gefällt. Wenn ihr mir aber sagtet: Hat denn der Mensch keinerlei Macht in diesem Leben?, so antworte ich euch: Ja, er hat die süßeste und schönste und stärkste, die es gibt: dies ist die Burg unserer Seele. Gibt es denn etwas Größeres und Erhabeneres als diese Stätte Gottes, der alles Gute in sich faßt und in dem Friede, Ruhe und jeglicher Trost sich findet?

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Zitiert nach: Alfons Heilmann, Meditationen großer Gottesfreunde, Perlen christlicher Mystik, Verlag Herder Freiburg i. Br. 1963, S. 44 f. – Imprimatur

„Freundschaft mit Jesus“ (Video 2:42)

Kurzvortrag von → Bischof Lars Anders Arborelius OCD:

Andere Video-Adresse: http://www.gloria.tv/?media=345045

 

 

Durch Maria zu Jesus. Lesung am Gedächtnis Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel (16. Juli)

Our Lady of Mt Carmel with Scapular

Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel, und Stern des Meeres. Bild: http://www.marypages.com

Michael vom hl. Augustin († 1684): Aus den „Mystischen Unterweisungen“

Ich möchte allen eine herzliche Verehrung, eine kindliche Liebe und ein zartes Empfinden zur lieben Mutter Gottes empfehlen. Dies ist ein einzigartiges und wirksames Mittel zu einem frommen Leben in Christus. Denn Maria wird ja als die „Mutter der Gnade und Mutter der Barmherzigkeit“ gegrüßt, und diese Gnade und Barmherzigkeit sind unbedingt zu einem frommen Leben notwendig. Dürfen wir deshalb nicht mit Recht unsere Zuflucht zur Mutter der Gnade und Barmherzigkeit nehmen, um Gnade und Barmherzigkeit zu erlangen? Ich sage mit dem Apostel: „Laßt uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.“

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Johannes vom Kreuz über die Freude in Gott

83 Diese Freudenkundgebungen des Heiligen Geistes vollziehen sich im Seelengrunde, wohin weder die Sinnlichkeit noch der Teufel zu dringen vermögen. Und deshalb sind sie auch um so gewisser, wesentlicher und wonnevoller, je mehr sie sich im Innern vollziehen. Denn je innerlicher etwas ist, um so reiner ist es, und je größer die Reinheit ist, desto reichlicher, häufiger und vollständiger teilt sich Gott mit. Und um so tiefgehender ist auch der Genuß und die Freude der Seele und des Geistes, weil Gott es ist, der alles vollbringt; die Seele gibt von dem Ihrigen nichts. Denn da die Seele aus sich nur mit Hilfe der körperlichen Sinne tätig sein kann, deren Einfluß sie aber in diesem Zustand vollkommen entrückt und entzogen ist, so beschränkt sie sich darauf, nur von Gott in Empfang zu nehmen, der nur im Grunde der Seele und in ihrem Innersten ohne Vermittlung der Sinne sein Werk vollbringen und sie zuinnerst bewegen kann. Und so sind alle Regungen dieser Seele göttlich; und obwohl sie eigentlich seine Akte sind, so sind sie doch auch Akte der Seele. Denn Gott vollführt sie mit ihr in ihr, indem sie ihre Einwilligung und ihre Zustimmung gibt.

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Edith Stein: Gott ist in uns

Briefauszüge

Gott ist in uns. Wenn wir es nur verstehen, uns im Innern eine wohlverschlossene Zelle zu bauen und uns so oft wie nur möglich dahin zurückziehen, dann kann uns an keinem Ort der Welt etwas fehlen.

Es ist ganz natürlich, daß Sie mit Sehnsucht an den tiefen Frieden denken, der uns hier im Karmel geschenkt wird. Aber man muß ja hineinberufen werden. Und wer draußen seinen Platz hat, für den gibt es auch draußen einen Weg.

Die Berufsfrage ist in ihr noch nicht geklärt. Ich rate ihr, keinen äußeren Schritt zu tun, ehe die volle innere Klarheit da ist.

Haben wir die Grundeinstellung, überall die Gelegenheiten aufzusuchen, Jesus zu erfreuen, so werden wir auch herausfinden, in welchen Fällen es erlaubt, ja sogar geboten ist, sich von einer Regel oder Vorschrift zu dispensieren.

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