Therese von Lisieux: Aus Liebe leben (Gedicht)

therese vivre d-amour

Aus Liebe leben.

„Wenn einer mich liebt, wird er mein Wort,
halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir
werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm
nehmen…… Meinen Frieden gebe ich euch. …
Bleibet in meiner Liebe.“
(Joh. XIV, 23, 27, XV, 9.

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Am Abend war es, nach dem Mahl der Liebe,
Als unser Heiland ohne Gleichnis sprach:
„Der hat zu mir die allergrößte Liebe,
Dem immer treu mein Wort am Herzen lag.
Ich und der Vater werden bei ihm wohnen,
Sein Herz ist uns wie ein Palast so lieb.
Mit Frieden werden wir ihn reich belohnen,
Mit unsrer Lieb‘.“

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Therese von Lisieux: Mein Lied von heute (Gedicht)

Mein Lied von heute

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So schnell die Zeit entflieht, so eilt dahin mein Leben,
Dem Augenblicke gleich wird es entschwunden sein.
Daß ich dich liebe, Gott, dafür ist mir gegeben
Der heut’ge Tag allein.

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Theresia von Avila: Keine Macht der Erde kann uns zu Herren machen

Was der Mensch hat, das hat ihm Gott aus Gnade gegeben, nicht aus Schuldigkeit. Darum wird keiner, der sich selber kennt, sich jemals schwer gegen Gott versündigen noch in Hochmut geraten wegen seines Adels oder seiner Vornehmheit oder seiner Stellung. Selbst wenn er die ganze Welt beherrschte, würde er sich als nichtig betrachten, denn er ist dem Tode verfallen wie die elendeste Kreatur. Und so vergehen auch die leeren Lüste der Welt und schwinden für ihn wie für andere; er kann sie nicht halten noch verhindern, daß Leben, Gesundheit und alles Irdische vorübereilt wie der Wind. Deshalb kann keine Macht, die wir auf dieser Erde haben, uns zu Herren machen. Denn wie sollte ich Macht nennen, was mir genommen werden kann und meiner Willkür nicht überlassen ist? Mir scheint, daß ich mich nicht Herr einer solchen Macht nennen noch dafür halten kann, sondern eher als ihren Nutznießer, und auch das nur für eine Zeitlang und nicht für immer, nur solange es unserem huldreichen Herrn gefällt. Wenn ihr mir aber sagtet: Hat denn der Mensch keinerlei Macht in diesem Leben?, so antworte ich euch: Ja, er hat die süßeste und schönste und stärkste, die es gibt: dies ist die Burg unserer Seele. Gibt es denn etwas Größeres und Erhabeneres als diese Stätte Gottes, der alles Gute in sich faßt und in dem Friede, Ruhe und jeglicher Trost sich findet?

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Zitiert nach: Alfons Heilmann, Meditationen großer Gottesfreunde, Perlen christlicher Mystik, Verlag Herder Freiburg i. Br. 1963, S. 44 f. – Imprimatur

Durch Maria zu Jesus. Lesung am Gedächtnis Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel (16. Juli)

Our Lady of Mt Carmel with Scapular

Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel, und Stern des Meeres. Bild: http://www.marypages.com

Michael vom hl. Augustin († 1684): Aus den „Mystischen Unterweisungen“

Ich möchte allen eine herzliche Verehrung, eine kindliche Liebe und ein zartes Empfinden zur lieben Mutter Gottes empfehlen. Dies ist ein einzigartiges und wirksames Mittel zu einem frommen Leben in Christus. Denn Maria wird ja als die „Mutter der Gnade und Mutter der Barmherzigkeit“ gegrüßt, und diese Gnade und Barmherzigkeit sind unbedingt zu einem frommen Leben notwendig. Dürfen wir deshalb nicht mit Recht unsere Zuflucht zur Mutter der Gnade und Barmherzigkeit nehmen, um Gnade und Barmherzigkeit zu erlangen? Ich sage mit dem Apostel: „Laßt uns also voll Zuversicht hingehen zum Thron der Gnade, damit wir Erbarmen und Gnade finden und so Hilfe erlangen zur rechten Zeit.“

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Maria Magdalena von Pazzi: Komm, Heiliger Geist

Hl. Maria Magdalena von Pazzi († 1607). Bild: catholictradition.org

Hl. Maria Magdalena von Pazzi († 1607), Karmelitin. Bild: catholictradition.org

Aus den Niederschriften über die Offenbarung und Prüfung der heiligen Jungfrau Maria Magdalena von Pazzi

Komm, Heiliger Geist

Wahrhaft wunderbar bist du, o Wort Gottes, im Heiligen Geist; du bewirkst, daß er dich so tief in die Seele eindringen läßt, daß sie sich mit Gott verbindet, ihn empfängt und an nichts Geschmack findet außer an Gott.

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Therese von Lisieux: Dem Herzen Jesu

Dem Herzen Jesu

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Am Grabe weilt, vergießend heiße Zähren,
Maria, suchend ihren Herrn und Gott.
Ihr wollen Engel süßen Trost gewähren,
Doch können sie nicht stillen ihre Not.
Sie achtet nicht des schönen Lichtgewandes;
Sie kennet nur ein einzig Heil und Glück:
Zu seh’n den Herrn des ganzen Engellandes,
Zu tragen ihn auf ihrem Arm zurück.

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Johannes vom Kreuz über die Freude in Gott

83 Diese Freudenkundgebungen des Heiligen Geistes vollziehen sich im Seelengrunde, wohin weder die Sinnlichkeit noch der Teufel zu dringen vermögen. Und deshalb sind sie auch um so gewisser, wesentlicher und wonnevoller, je mehr sie sich im Innern vollziehen. Denn je innerlicher etwas ist, um so reiner ist es, und je größer die Reinheit ist, desto reichlicher, häufiger und vollständiger teilt sich Gott mit. Und um so tiefgehender ist auch der Genuß und die Freude der Seele und des Geistes, weil Gott es ist, der alles vollbringt; die Seele gibt von dem Ihrigen nichts. Denn da die Seele aus sich nur mit Hilfe der körperlichen Sinne tätig sein kann, deren Einfluß sie aber in diesem Zustand vollkommen entrückt und entzogen ist, so beschränkt sie sich darauf, nur von Gott in Empfang zu nehmen, der nur im Grunde der Seele und in ihrem Innersten ohne Vermittlung der Sinne sein Werk vollbringen und sie zuinnerst bewegen kann. Und so sind alle Regungen dieser Seele göttlich; und obwohl sie eigentlich seine Akte sind, so sind sie doch auch Akte der Seele. Denn Gott vollführt sie mit ihr in ihr, indem sie ihre Einwilligung und ihre Zustimmung gibt.

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