Teresa von Avila: Spirituelle Basis-Zitate

Teresa von Avila

Ich möchte ein Gleichnis  benutzen, wenn ich auch nicht mehr weiß, woher ich es habe. Wer mit dem geistlichen Leben beginnt, ist wie jemand, der einen Garten anlegen will, damit sich der Herr darin ergehen kann. Sein Grundstück ist wild und voller Unkraut. Seine Majestät selbst rodet es und setzt schöne Pflanzen ein. Dann aber müssen wir uns bemühen, mit der Hilfe Gottes selbst gute Gärtner zu werden und die Pflanzen regelmäßig begießen, damit sie nicht vertrocknen, sondern wachsen, blühen und herrlich duften, damit sich unser Herr daran erfreue. So wird er oft in unseren Garten kommen und sich zwischen den Blumen der Tugend ergehen.

Überlegen wir nun, wie wir den Garten bewässern können. Ich meine, da gibt es vier Arten: Erstens kann man das Wasser in einem Gefäß selbst aus dem Brunnen emporziehen, was eine große Mühe ist. Zweitens kann man sich eines Schöpfrades bedienen, wie ich es manchmal tat; das ist schon weniger anstrengend, und man hat mehr Wasser. Drittens kann man es aus einen Fluß oder Bach ableiten; das ist sehr viel wirkungsvoller, denn die Erde wird besser durchtränkt, und man muß nicht zu häufig bewässern, so daß dem Gärtner viel Arbeit abgenommen ist. Viertens, wir müssen überhaupt nichts mehr tun, weil der Herr es kräftig regnen läßt; und das ist unvergleichlich viel besser als alles Vorhergenannte.

(V 11, 6-7)

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Eigenschaften des wahren Gebetes nach der heiligen Theresia von Avila

Eigenschaften des wahren Gebetes.

A. Das Gebet muß andächtig oder innerlich sein.

1. In der oben angeführten Stelle1) erblickt die heilige Theresia Kern und Wesen des echten Gebetes im „Nachdenken“. Was sie unter „Nachdenken“ versteht, erläutert sie folgendermaßen:2) „Ein Gebet, bei dem man nicht bedenkt, mit wem man redet, um was man bittet, wer der ist, der bittet, und wer derjenige, zu dem man betet, nenne ich gar nicht Gebet, wie geschäftig man auch dabei die Lippen bewegt.“ — „Hat man sich gewöhnt, mit der Majestät Gottes so zu reden, wie man mit einem Sklaven reden würde, ohne zu bedenken, ob man etwa unrecht rede, oder wie man es durch öfteres Sagen auswendig gelernt hat, so halte ich dies nicht für ein Gebet, und Gott wolle verhüten, daß je ein Christenmensch auf diese Weise bete.“ Das Gebet muß also aus dem Herzen kommen, wenn es seine Wirkung nicht verfehlen soll; der Betende darf nicht durch gedankenloses Herableiern von Gebetsformeln zu einer Gebetsmaschine herabsinken. Ja, nach der Anschauung der heiligen Theresia entledigt sich bisweilen das glühende Herzensgebet der beengenden Gebetsformeln:3)
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1) S. 3 — 2) Seelenburg. 1. Wohnung, S. 94, 95.
3) Leben. Kap. 12, S. 120, 121.

„Die Seele kann sich Christum den Herrn vergegenwärtigen, und sich gewöhnen, seine heilige Menschheit recht innig zu lieben, stets mit ihm zu wandeln, mit ihm zu reden, ihm ihre Bedürfnisse vorzutragen, ihm ihre Widerwärtigkeiten zu klagen.   M a n   b r a u ch t   h i e z u   k e i n e   b e s o n d e r e n   G e b e t l e i n, sondern man spricht nur solche Worte, die dem inneren Verlangen und den Bedürfnissen entsprechen. Man gewinnt durch diese vortreffliche Weise in kurzer Zeit sehr viel. Diese innerliche, der bestimmten Gebetsformeln sich entledigende Gemütserhebung zu Gott empfiehlt die erfahrene Meisterin des Gebetes besonders in Krankheiten und im Gewühle der Berufsarbeiten: „In der Krankheit und unter den Geschäften wird in Wahrheit gebetet, wann die Gott liebende Seele alles Gott aufopfert und erwägt, wem zu Gefallen sie leidet und wie sie sich und alles Vorkommende gänzlich dem Willen Gottes anheimstellen soll.“1) — „Es ist zum innerlichen Gebete die Einsamkeit durchaus nicht so notwendig, daß man es außer ihr nicht üben könnte.“ Diese Überzeugung diktiert der Heiligen den Ausruf in die Feder:2) „O der großen Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes! Wie sieht er doch so gar nicht auf die Worte, sondern nur auf das Verlangen und den Willen, womit man zu ihm redet.“ In modernes Deutsch übersetzt würde die Stelle so lauten: O des Unverstandes und der Blindheit jener „frommen Seelen“, die das Gebetspensum, das sie sich vorgenommen, nämlich den Rosenkranz, die Bruderschaftsgebete und vielleicht noch viele andere Gebete eiligst herunterschnurren, damit sie möglichst bald die behagliche und selbstgefällige Empfindung genießen können, die im Bewußtsein liegt, Gott gegeben zu haben, was Gottes ist, und nun Zeit zu erübrigen für die Pflege des Weltsinnes, der Ausgegossenheit und Launenhaftigkeit. Solches Beten erinnert unwillkürlich an Kinder, die nach der Schule mit größter Eilfertigkeit das aufgegebene Pensum auf die Schiefertafel hinwerfen, gleich als ob jede Minute, die sie dem Tändeln und Spielen entziehen müssen, ein unersetzlicher, bedauerlicher Verlust wäre.
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1) Leben. Kap. 7, S. 67.
2) Leben. Kap. 34, S. 422.

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Karmelitische Spiritualität. Vortrag von P. Mag. Werner Schmid (Video 33:43)

Karmelitische Spiritualität. Vortrag von P. Mag. Werner Schmid

Pater Werner Schmid von der Priestergemeinschaft St. Josef in Niederösterreich stellt im Karmel Kloster Mayerling das Leben der Kirchenlehrerin Theresia von Avila und Theresia von Lisieux vor.

Produktion von CJM-Media

Quelle: gloria.tv

Werke karmelitischer Autoren online | Carmelite Books Online

Heiliger Johannes vom Kreuz

Deutsch:

Bücher von Johannes vom Kreuz (karmelocd.de)

Die dunkle Nacht (karmelocd.de / pdf-Datei)

Worte von Licht und Liebe (karmelocd.de / pdf-Datei)

Der geistliche Gesang (karmelocd.de / pdf-Datei)

Aufstieg auf den Berg Karmel (karmelocd.de / pdf-Datei)

Skizze zum Buch: Aufstieg auf den Berg Karmel: deutsch (karmelocd.de / pdf-Datei)

Skizze zum Buch: Aufstieg auf den Berg Karmel: spanisch (karmelocd.de / pdf-Datei)

Die lebendige Liebesflamme  (karmelocd.de / pdf-Datei)

Zitate (aphorismen.de)

Gedichte von Johannes vom Kreuz (josefmariamayer.blogspot.de)

Gedichte (marschler.at)

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Teresa von Avila: Glaube und Menschlichkeit

Von Jutta Burggraf

1. Vorbemerkung

Teresa von Avila lebte bekanntlich im 16. Jahrhundert. Da sie eine spanische Ordensfrau war, ist sie in den spanisch-sprechenden Ländern seit jeher berühmt. Doch auch im deutschsprachigen Raum wird sie zunehmend populärer. Wer sich mit ihr beschäftigt, kann entdecken, daß sie uns (über vier Jahrhunderte hinweg) menschlich sehr nahe ist. Sie hat kleinere und größere Schwächen wie alle Menschen – und sie spricht ganz offen darüber! Wir wissen heute, daß sie nicht immer in Stimmung war, Gedichte zu machen, daß sie resigniert sein konnte und sich manchmal einsam fühlte, daß selbst sie in ihrem abenteuerlichen Leben die Langeweile zu spüren bekam, sich ab und zu von ihren Freunden gekränkt fühlte und vor Schwarzwurzeln ekelte. Gleichzeitig zeigt Teresa uns aber auch, daß man trotz aller Schwächen (oder auch trotz aller innerer Verwundungen) doch menschlich reif werden kann. Sie zeigt uns, daß trotz allem das Leben gelingen kann.

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Johannes vom Kreuz über die Freude in Gott

83 Diese Freudenkundgebungen des Heiligen Geistes vollziehen sich im Seelengrunde, wohin weder die Sinnlichkeit noch der Teufel zu dringen vermögen. Und deshalb sind sie auch um so gewisser, wesentlicher und wonnevoller, je mehr sie sich im Innern vollziehen. Denn je innerlicher etwas ist, um so reiner ist es, und je größer die Reinheit ist, desto reichlicher, häufiger und vollständiger teilt sich Gott mit. Und um so tiefgehender ist auch der Genuß und die Freude der Seele und des Geistes, weil Gott es ist, der alles vollbringt; die Seele gibt von dem Ihrigen nichts. Denn da die Seele aus sich nur mit Hilfe der körperlichen Sinne tätig sein kann, deren Einfluß sie aber in diesem Zustand vollkommen entrückt und entzogen ist, so beschränkt sie sich darauf, nur von Gott in Empfang zu nehmen, der nur im Grunde der Seele und in ihrem Innersten ohne Vermittlung der Sinne sein Werk vollbringen und sie zuinnerst bewegen kann. Und so sind alle Regungen dieser Seele göttlich; und obwohl sie eigentlich seine Akte sind, so sind sie doch auch Akte der Seele. Denn Gott vollführt sie mit ihr in ihr, indem sie ihre Einwilligung und ihre Zustimmung gibt.

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Die grundlegende Bedeutung des Gebetes nach der heiligen Theresia von Avila

Teresa von Ávila (1515-1582), heilige Kirchenlehrerin

Bedeutung des Gebetes für das Leben der Gnade und für die Erlangung der ewigen Bestimmung.

1. Es gibt keinen Heiligen der katholischen Kirche, dem es an Verständnis für die übernatürliche Bedeutung und Wichtigkeit des Gebetes gemangelt hätte und der nicht für die hingebende Übung desselben als eines zur Selbstheiligung unentbehrlichen Mittels eingetreten wäre; aber es werden sich wenige Heilige finden, welche dieser Überzeugung mit solcher Kraft und mit solcher Begeisterung Ausdruck verliehen haben wie die heilige Theresia, diese unübertreffliche Meisterin des Gebetes. Es genügt zur Rechtfertigung unserer Behauptung, nur einige Äußerungen Theresias anzuführen. Die Heilige sagte zu ihren Töchtern, den unbeschuhten Karmelitinnen:1 „Glaubet mir und lasset euch von niemand verführen, der euch einen anderen Weg zur ewigen Seligkeit zeigen wollte, als den des Gebetes.“ —
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1 Weg der Vollkommenheit, Kap. 21, S. 137.

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