Theresia von Avila: Keine Macht der Erde kann uns zu Herren machen

Was der Mensch hat, das hat ihm Gott aus Gnade gegeben, nicht aus Schuldigkeit. Darum wird keiner, der sich selber kennt, sich jemals schwer gegen Gott versündigen noch in Hochmut geraten wegen seines Adels oder seiner Vornehmheit oder seiner Stellung. Selbst wenn er die ganze Welt beherrschte, würde er sich als nichtig betrachten, denn er ist dem Tode verfallen wie die elendeste Kreatur. Und so vergehen auch die leeren Lüste der Welt und schwinden für ihn wie für andere; er kann sie nicht halten noch verhindern, daß Leben, Gesundheit und alles Irdische vorübereilt wie der Wind. Deshalb kann keine Macht, die wir auf dieser Erde haben, uns zu Herren machen. Denn wie sollte ich Macht nennen, was mir genommen werden kann und meiner Willkür nicht überlassen ist? Mir scheint, daß ich mich nicht Herr einer solchen Macht nennen noch dafür halten kann, sondern eher als ihren Nutznießer, und auch das nur für eine Zeitlang und nicht für immer, nur solange es unserem huldreichen Herrn gefällt. Wenn ihr mir aber sagtet: Hat denn der Mensch keinerlei Macht in diesem Leben?, so antworte ich euch: Ja, er hat die süßeste und schönste und stärkste, die es gibt: dies ist die Burg unserer Seele. Gibt es denn etwas Größeres und Erhabeneres als diese Stätte Gottes, der alles Gute in sich faßt und in dem Friede, Ruhe und jeglicher Trost sich findet?

_______

Zitiert nach: Alfons Heilmann, Meditationen großer Gottesfreunde, Perlen christlicher Mystik, Verlag Herder Freiburg i. Br. 1963, S. 44 f. – Imprimatur

Advertisements

„Freundschaft mit Jesus“ (Video 2:42)

Kurzvortrag von → Bischof Lars Anders Arborelius OCD:

Andere Video-Adresse: http://www.gloria.tv/?media=345045

 

 

Teresa von Avila: Spirituelle Basis-Zitate

Teresa von Avila

Ich möchte ein Gleichnis  benutzen, wenn ich auch nicht mehr weiß, woher ich es habe. Wer mit dem geistlichen Leben beginnt, ist wie jemand, der einen Garten anlegen will, damit sich der Herr darin ergehen kann. Sein Grundstück ist wild und voller Unkraut. Seine Majestät selbst rodet es und setzt schöne Pflanzen ein. Dann aber müssen wir uns bemühen, mit der Hilfe Gottes selbst gute Gärtner zu werden und die Pflanzen regelmäßig begießen, damit sie nicht vertrocknen, sondern wachsen, blühen und herrlich duften, damit sich unser Herr daran erfreue. So wird er oft in unseren Garten kommen und sich zwischen den Blumen der Tugend ergehen.

Überlegen wir nun, wie wir den Garten bewässern können. Ich meine, da gibt es vier Arten: Erstens kann man das Wasser in einem Gefäß selbst aus dem Brunnen emporziehen, was eine große Mühe ist. Zweitens kann man sich eines Schöpfrades bedienen, wie ich es manchmal tat; das ist schon weniger anstrengend, und man hat mehr Wasser. Drittens kann man es aus einen Fluß oder Bach ableiten; das ist sehr viel wirkungsvoller, denn die Erde wird besser durchtränkt, und man muß nicht zu häufig bewässern, so daß dem Gärtner viel Arbeit abgenommen ist. Viertens, wir müssen überhaupt nichts mehr tun, weil der Herr es kräftig regnen läßt; und das ist unvergleichlich viel besser als alles Vorhergenannte.

(V 11, 6-7)

Weiterlesen

4. Juli: Selige Maria Crocifissa Curcio (1877-1957)

Selige Maria Crocifissa Curcio

Maria Crocifissa Curcio SCMSTBG (*30. Januar 1877 in ; † 4. Juli 1957 in Ispica, Diözese Noto) war Gründerin des Ordens der »Karmelitanischen Kongregation der Missionarinnen der hl. Theresia vom Kinde Jesu«. Ihr liturgischer Gedenktag ist der 4. Juli

Biografie

Maria Crocifissa Curcio wurde als siebtes von zehn Kindern geboren. Das intelligente Mädchen litt sehr darunter, dass sie früh die Schule verlassen musste. Das private Studium religiöser Schriften, vor allem der Biographie der heiligen Theresia von Avila führte sie immer tiefer hinein in die Spiritualität des Karmel.

Weiterlesen

Solemn Mass in the Carmelite Rite, Aylesford Priory, 1960 | Festmesse im Karmelitischen Ritus, Priorat Aylesford, 1960 (Videos)

The Solemn Mass according to the Carmelite liturgical books, celebrated in 1960 at Aylesford Priory by the then Prior.

  1. Carmelite Rite – Introduction and Prayers at the Foot of Altar
  2. Carmelite Rite – Introit, Kyrie and Gloria
  3. Carmelite Rite – Epistle and Preparation of Chalice
  4. Carmelite Rite – Gospel and Beginning of Homily
  5. Carmelite Rite – Credo and Offertory
  6. Carmelite Rite – Preface and Canon
  7. Carmelite Rite – Pater Noster to Communion
  8. Carmelite Rite – Concluding Rites

_______

Carmelite Rite 1960 Aylesford Priory (www.youtube.com)
Carmelite Rite – Introit, Kyrie and Gloria (www.ocarm.org)
Solemn Mass in the Carmelite Rite, Aylesford, 1960. By Shawn Tribe (www.newliturgicalmovement.org)

Eigenschaften des wahren Gebetes nach der heiligen Theresia von Avila

Eigenschaften des wahren Gebetes.

A. Das Gebet muß andächtig oder innerlich sein.

1. In der oben angeführten Stelle1) erblickt die heilige Theresia Kern und Wesen des echten Gebetes im „Nachdenken“. Was sie unter „Nachdenken“ versteht, erläutert sie folgendermaßen:2) „Ein Gebet, bei dem man nicht bedenkt, mit wem man redet, um was man bittet, wer der ist, der bittet, und wer derjenige, zu dem man betet, nenne ich gar nicht Gebet, wie geschäftig man auch dabei die Lippen bewegt.“ — „Hat man sich gewöhnt, mit der Majestät Gottes so zu reden, wie man mit einem Sklaven reden würde, ohne zu bedenken, ob man etwa unrecht rede, oder wie man es durch öfteres Sagen auswendig gelernt hat, so halte ich dies nicht für ein Gebet, und Gott wolle verhüten, daß je ein Christenmensch auf diese Weise bete.“ Das Gebet muß also aus dem Herzen kommen, wenn es seine Wirkung nicht verfehlen soll; der Betende darf nicht durch gedankenloses Herableiern von Gebetsformeln zu einer Gebetsmaschine herabsinken. Ja, nach der Anschauung der heiligen Theresia entledigt sich bisweilen das glühende Herzensgebet der beengenden Gebetsformeln:3)
__________

1) S. 3 — 2) Seelenburg. 1. Wohnung, S. 94, 95.
3) Leben. Kap. 12, S. 120, 121.

„Die Seele kann sich Christum den Herrn vergegenwärtigen, und sich gewöhnen, seine heilige Menschheit recht innig zu lieben, stets mit ihm zu wandeln, mit ihm zu reden, ihm ihre Bedürfnisse vorzutragen, ihm ihre Widerwärtigkeiten zu klagen.   M a n   b r a u ch t   h i e z u   k e i n e   b e s o n d e r e n   G e b e t l e i n, sondern man spricht nur solche Worte, die dem inneren Verlangen und den Bedürfnissen entsprechen. Man gewinnt durch diese vortreffliche Weise in kurzer Zeit sehr viel. Diese innerliche, der bestimmten Gebetsformeln sich entledigende Gemütserhebung zu Gott empfiehlt die erfahrene Meisterin des Gebetes besonders in Krankheiten und im Gewühle der Berufsarbeiten: „In der Krankheit und unter den Geschäften wird in Wahrheit gebetet, wann die Gott liebende Seele alles Gott aufopfert und erwägt, wem zu Gefallen sie leidet und wie sie sich und alles Vorkommende gänzlich dem Willen Gottes anheimstellen soll.“1) — „Es ist zum innerlichen Gebete die Einsamkeit durchaus nicht so notwendig, daß man es außer ihr nicht üben könnte.“ Diese Überzeugung diktiert der Heiligen den Ausruf in die Feder:2) „O der großen Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes! Wie sieht er doch so gar nicht auf die Worte, sondern nur auf das Verlangen und den Willen, womit man zu ihm redet.“ In modernes Deutsch übersetzt würde die Stelle so lauten: O des Unverstandes und der Blindheit jener „frommen Seelen“, die das Gebetspensum, das sie sich vorgenommen, nämlich den Rosenkranz, die Bruderschaftsgebete und vielleicht noch viele andere Gebete eiligst herunterschnurren, damit sie möglichst bald die behagliche und selbstgefällige Empfindung genießen können, die im Bewußtsein liegt, Gott gegeben zu haben, was Gottes ist, und nun Zeit zu erübrigen für die Pflege des Weltsinnes, der Ausgegossenheit und Launenhaftigkeit. Solches Beten erinnert unwillkürlich an Kinder, die nach der Schule mit größter Eilfertigkeit das aufgegebene Pensum auf die Schiefertafel hinwerfen, gleich als ob jede Minute, die sie dem Tändeln und Spielen entziehen müssen, ein unersetzlicher, bedauerlicher Verlust wäre.
__________

1) Leben. Kap. 7, S. 67.
2) Leben. Kap. 34, S. 422.

Weiterlesen

Karmelitische Spiritualität. Vortrag von P. Mag. Werner Schmid (Video 33:43)

Karmelitische Spiritualität. Vortrag von P. Mag. Werner Schmid

Pater Werner Schmid von der Priestergemeinschaft St. Josef in Niederösterreich stellt im Karmel Kloster Mayerling das Leben der Kirchenlehrerin Theresia von Avila und Theresia von Lisieux vor.

Produktion von CJM-Media

Quelle: gloria.tv